Die Zungenruhelage
Die Zungenruhelage beim Baby: Warum sie so wichtig ist und wie du sie sanft trainierst
Vielleicht hast du schon davon gehört, dass die Zunge auch im Ruhezustand eine „Lieblingsposition“ haben sollte. Bei Babys – genau wie bei Erwachsenen – ist die korrekte Zungenruhelage entscheidend für die gesamte Entwicklung. Doch was bedeutet das genau, warum ist es fürs Stillen so wichtig und wie kannst du dein Baby mit dem sogenannten „Sleeping Tongue Posture Hold“ sanft dabei unterstützen?
Hier erfährst du alles, was du wissen musst.
Was ist die korrekte Zungenruhelage?
In der idealen Ruheposition liegt die Zunge nicht schlaff auf dem Mundboden, sondern schmiegt sich sanft an den oberen Gaumen (direkt hinter die oberen Schneidezähne, wo die kleinen Gaumenfalten sind). Die Lippen sind dabei entspannt geschlossen und das Baby atmet ganz natürlich durch die Nase.
Warum verbessert die richtige Ruhelage das Stillen?
Das Stillen ist für ein Baby echtes Hochleistungstraining. Damit das Trinken an der Brust schmerzfrei und effektiv funktioniert, muss die Zunge eine wellenförmige Bewegung ausführen, um die Milch aus der Brust zu melken.
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Kraftaufbau: Liegt die Zunge im Ruhezustand am Gaumen, ist sie quasi permanent „aktiviert“. Das stärkt die Zungenmuskulatur. Eine starke Zunge kann die Brustwarze besser erfassen und halten.
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Optimales Vakuum: Nur wenn die Zunge den Gaumen richtig berührt, kann das Baby beim Stillen ein stabiles Vakuum aufbauen. Dadurch schluckt es weniger Luft (weniger Blähungen!) und rutscht nicht so leicht von der Brust ab.
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Entwicklung des Kiefers: Die Zunge formt den Gaumen von innen heraus. Liegt sie oben, weitet sich der Oberkiefer flach und breit – das schafft Platz für die späteren Zähne und sorgt für freie Atemwege.
Das Training: Der „Sleeping Tongue Posture Hold“
Wenn dein Baby Probleme hat, die Zunge oben zu halten (z. B. durch ein verkürztes Zungenband oder eine schwache Muskulatur), kannst du die Zungenruhelage sanft trainieren, wenn es schläft. Im Schlaf ist das Nervensystem entspannt, wodurch das Gewebe besonders empfänglich für neue Reize ist.
Anleitung Schritt für Schritt:
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Den richtigen Moment abwarten: Warte, bis dein Baby eingeschlafen ist und sich in einer tiefen, entspannten Schlafphase befindet.
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Den Mund sanft öffnen: Wenn der Mund deines Babys offen steht und die Zunge unten liegt, lege einen sauberen Finger (oder deinen Daumen) sanft auf das Kinn, direkt unter die Unterlippe. Drücke den Kiefer ganz behutsam nach oben, um den Mund zu schließen.
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Der „Hold“ (Das Halten): Halte den Mund sanft geschlossen (die Lippen sollten aufeinanderliegen). Achte darauf, dass dein Baby entspannt durch die Nase weiteratmet.
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Die Zunge stimulieren (optional): Wenn du merkst, dass die Zunge partout unten bleibt, kannst du vor dem Schließen des Mundes mit der sauberen Fingerkuppe ganz sanft den vorderen Gaumen deines Babys berühren. Das triggert den Reflex, die Zunge nach oben zu saugen. Schließe dann den Mund.
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Regelmäßigkeit: Halte diese Position für ein paar Minuten. Wenn du das mehrmals täglich (bzw. bei den Schläfchen) wiederholst, speichert das Gehirn des Babys diese Position als den neuen „Normalzustand“ ab (Muskelgedächtnis).
Wichtig: Bleibe dabei immer absolut sanft. Es darf kein Druck oder Zwang ausgeübt werden. Wenn dein Baby unruhig wird oder aufwacht, brich die Übung ab und versuche es später noch einmal.
Fazit
Ein kleines Training mit großer Wirkung: Der Sleeping Tongue Posture Hold ist eine wunderbare, sanfte Methode, um die Zungenmuskulatur deines Babys im Schlaf zu stärken. Schon nach kurzer Zeit kann sich dadurch das Saugverhalten an der Brust spürbar verbessern – für eine entspannte und schmerzfreie Stillzeit.
Hinweis: Wenn du das Gefühl hast, dass dein Baby dauerhaft Probleme mit der Zunge hat, schlecht zunimmt oder das Stillen schmerzt, ziehe immer eine Stillberaterin (IBCLC) oder einen spezialisierten Kinderarzt hinzu, um z. B. ein verkürztes Zungenband auszuschließen.
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